| Kritisch und Standfest - Acht Fragen an Nikolaus Demont von VeSiRe |
| Frage: „Nach welchen Kriterien wählen Sie Aktentitel aus?“ Demont: „Grundsätzlich halten wir uns an rigorose Kaufregeln. Aktien sind für uns eben viel mehr als nur Wertpapiere. Sie sind eine Beteiligung an einer Firma. Also nehmen wir diese Firma unter die Lupe. Ist sie gut geführt? Welche Marktstärke hat sie? Wie sieht ihre Substanz aus? Wir wollen alle fundamentalen Daten kennen. Unser Kaufblick ist traditionell-klassisch im Sinne der Österreichischen Schule: Ist dort ein unternehmerischer Geist, der die Werte der Aktionäre respektiert und deren Interessen entsprechend wertschätzt?“ Frage: „Emotionale oder intuitive Einschätzungen spielen also keine Rolle?“ Demont: „So wenig wie möglich. Darin liegt eine der Stärken unseres professionellen Managements in der Vermögensverwaltung. Langfristig zahlt sich das für jeden Kunden aus.“ Frage: „Was sind weitere Stärken?“ Demont: „Dezidierte Verkaufsentscheide. Auch hier ist absolute Nüchternheit gefragt. Wenn ein Titel nicht das bringt, was wir definiert haben, verkaufen wir. Vielleicht ist das eine besondere Stärke von Vesire: dass wir uns auch an rigorose Verkaufskriterien halten. Andere weichen da häufig aus, weil es ihnen zuwider ist, einen allfälligen Fehler beim Kaufentscheid einräumen zu müssen. Das aber ist unprofessionell und für den Kunden mittelfristig gefährlich. Ein geordneter Rückzug ist klüger als noch grössere Verluste zu riskieren.“ Frage: „Und wenn Sie zu früh oder vorschnell verkaufen? Ist der Kunde dann nicht enttäuscht?“ Demont: „Das wäre ja auch verständlich. Jeder möchte stets beim Tiefstpunkt kaufen und beim Höchstpunkt verkaufen. Diese Erwartung führt im Einzelfall mal zum Erfolg, insgesamt aber zur gefährlichen Spekulation. Wir sagen da klar: Diszipliniert kaufen nach nüchternen Kriterien, aber auch diszipliniert verkaufen nach präzisen Vorgaben.“ Frage: „Können Sie uns Ihre Strategie an einigen Fällen veranschaulichen?“ Demont: „Nehmen Sie ein Portfolio, dass sich gut entwickelt, darunter ein Titel besonders stark. Plötzlich hat dieser mehr als die festgelegten 7.5 Prozent Anteil am Mix. Das bedeutet erhöhtes Risiko. Also reduzieren wir automatisch diesen Titel. Andere Beispiele: Eine Unternehmung verpasst zwei Quartale in Folge die durchschnittlichen Gewinnschätzungen der Analysten. Oder eine Gesellschaft muss bereits ausgewiesene Gewinne neu berechnen. Beides Gründe, zu verkaufen. Wir stossen Aktien auch ab, wenn sich etwa das Geschäftsmodell einer Firma ändert.“ Frage: „In jedem Fall?“ Demont: „Unsere Haltung könnte ich umschreiben mit „kritische Standfestigkeit“: Wenn wir ein grundsätzliches Vertrauen in eine Gesellschaft haben, und wenn sich die Kriterien, die seinerzeit den Kauf begründeten, nicht geändert haben, dann warten wir auch mal eine Korrekturphase am Aktienmarkt ab. Wir folgen nicht einfach dem Mainstream. Wenn die gesamte Analystengemeinde einen Titel zurückstuft...“ Frage: „... dann ist es wohl eh schon zu spät?“ Demont: „Jedenfalls laufen solche „Empfehlungen im Chor“ meistens der Kursentwicklung hinterher. Was wir aber sicher tun: wir recherchieren, um zu klären, ob es sachliche Gründe gibt, zu verkaufen, behalten aber alle Kriterien unseres seinerzeitigen Kaufentscheides im Auge.“ Frage: „Eine Untersuchung von 18‘000 Anlagefonds zeigte kürzlich auf, dass Erfahrung alles ist: je länger ein Anlageberater ein Portofolio führt, desto besser wird seine Performance.“ Demont: „Wir wollen uns nicht selber loben, aber Faktum ist, dass das Vesire-Team kumuliert stolze 70 Jahre Berufserfahrung in den Finanzmärkten auf diese Waagschale bringt. Wir sind überzeugt, dass das dem Kunden viel bringt: er kann unserer Erfahrungen vertrauen und er weiss, dass wir Sicherheit und Rendite unter den gleichen Hut bringen.“ |
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